Ein Tag in den Katakomben der Medienbranche

Posted: April 26th, 2007 | Author: | Filed under: nugg.ad | Kommentare deaktiviert für Ein Tag in den Katakomben der Medienbranche

Gestern haben wir uns einen kompletten Tag lang durch die Katakomben der Medienbranche führen lassen. Ich vermute mal alle die das hier lesen würden von sich sagen, dass sie mehr oder weniger in dieser Branche arbeiten, richtig?

Aber wer von Euch kann etwas anfangen mit folgenden Kürzeln: LPA, LPN, LPWS, WHK bzw. WLK oder auch WNK?

Vermutlich niemand. Und das obwohl die Reichweiten/Einschaltquoten in allen anderen Medien ausser dem Internet über diese Konzepte ermittelt werden. Inkl. so schöner Inkonsistenzen wie z.B. dass bestimmte Ausgaben z.B. des Spiegel theoretisch im Schnitt (!) von 9 Personen gelesen werden usw. – was man dann per Konvention unter den Tisch fallen lässt. Na ja – das sollte ich jetzt hier nicht vertiefen.

Trotzdem hatte ich zeitweise das Gefühl mit einem der Architekten der Matrix in Kontakt zu sein. Und wenn man sich jetzt noch vergegenwärtigt, dass all diese Konstruktionen teilweise nur noch in der älteren Generation bekannt sind weil sie in den 60er Jahren verhandelt wurden ergibt das schon ein gespenstisches Bild. Da haben irgendwann mal ein paar Herren (Frauen werden kaum dabeigewesen sein) definiert wie man die Reichweite eines Spiegel definieren kann und das gilt jetzt bis heute unverändert fort. Und es ist nicht so, dass da einfach gezählt würde, nein nein.

Einer der Hauptgründe für diese Matrix liegt allerdings schlicht darin begründet, dass Marktforschung nicht funktioniert aber niemand sich dazu durchringen konnte das zuzugeben 😉 – ein bisschen weniger drastisch formuliert: Befragungen liefern häufig ausgesprochen seltsame und inkonsistente Ergebnisse.

Fürs Internet ist die feine Nachricht dabei, dass hier alles viel besser messbar ist. Natürlich ist auch das eine Illusion, denn ohne Handarbeit und Konventionen würde man auch mit den Messdaten nicht glücklich. Aber zumindest können wir sehr viel genauer messen wann welche Werbung gesehen (bzw. eingeblendet) wurde. Wenn es nun aber darum geht die Präferenz für Joghurt vs. Fleischwurst herauszubekommen („Ein Milliarden-Werbemarkt den Google noch nicht entdeckt hat“) oder schlicht ob jemand darüber nachdenkt ein Auto zu kaufen (und nicht nur auf Auto-Content rumklickt) dann sind auch wir Internetler auf Befragungen angewiesen. Also doch in der Matrix – fein.


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