Ist Predictive Behavioral Targeting nur etwas für Geeks, Nerds und Freaks?

Posted: Juli 19th, 2007 | Author: | Filed under: Nuggets & Schmankerln, Targeting | Tags: , , , , | 1 Comment »

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Nein. Aber zugegeben, das Konzept des Predictive Behavioral Targeting ist nicht immer einfach zu vermitteln. Nicht nur, dass wir Werbung für Umfelder durch Werbung für Menschen auf der Basis von deren vergangenem Verhalten ersetzen. Nein, wir arbeiten zusätzlich auch noch mit den Ergebnissen aus der Live-Marktforschung und komplexen Algorithmen. Bei einigen Kundengesprächen habe ich daher geradezu physisch gespürt, wie schwer es ist, gegen das in Jahrzehnten Mediaplanung und Vermarktung Gelernte anzukommen. Zugegeben, Begriffe wie Rich Media oder Skyscraper haben nun mal mehr sex appeal als SVM-Analogon zur Bayes-Hypothese (siehe hierzu Stephans Posting).

Umso mehr freue ich mich, dass trotz oder gerade wegen unserer Geekigkeit der von uns geprägte Gattungsbegriff Predictive Behavioral Targeting zunehmend an Akzeptanz und Verständnis gewinnt. Während eine Google-Suche danach im Januar lediglich 20 Treffer ergab – die zudem alle auf die nugg.ad-Website verwiesen – sind wir mittlerweile bei über 3.000 angekommen; Tendenz weiter steigend. Dazu beigetragen hat mit Sicherheit der empfehlenswerte eMarketer-Report von David Hallerman „Behavioral Targeting: Advertising Gets Personal“, der Predictions unter Targeting 2.0 führt: „This track for behavioral targeting looks to develop technologies that predict – rather then harvest – customer attributes that are based on page views, searches and other online behaviors.” Hier einige Ausrisse. Zur besseren Lesbarkeit einfach auf die Grafik klicken:

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Microsoft bekennt sich zu Predictive Behavioral Targeting

Posted: Mai 29th, 2007 | Author: | Filed under: Found today, How to discover the nuggets?, nugg.ad | Tags: , , , | 4 Comments »

Kürzlich ist ein Bericht aus dem Microsoft AdLabs an die Öffentlichkeit gedrungen. Demnach arbeitet MS an Technologien um aus dem Nutzungsverhalten mit statistischen Verfahren auf soziodemographische Daten der Nutzer zu schliessen…ts ts ts.

Wir sind ja an sich von unserer Mission und dem Ansatz des Predictive Behavioral Targeting überzeugt – aber dass sich direkt so ein Dickschiff zu dieser Vorgehensweise bekennt ist schon beachtlich. Ich kann nur sagen – Hamburg es wird langsam eng 😉 – aber die Tür steht immer noch offen…

Im Ernst: Es wird tatsächlich für die Online-Werbebranche und alle Behavioral Targeting Anbieter eine der grossen Herausforderungen der Zukunft sein intelligente und belastbare Lösungen für dieses Problem zu finden. Und liebe Kollegen – bitte nicht schon die Sektkorken knallen lassen wenn mit halbwegs brauchbarer Qualität eine Vorhersage für Geschlecht gelingt. Auf Dauer wird die Werbebranche erwarten mit allen relevanten soziodemographischen Merkmalen planen zu können die für Werbung eben relevant sind, also Alter, Geschlecht, aber eben auch Einkommen, Bildung, Kinder etc.

Und da hört es noch nicht auf. Irgendwann wird der Tag kommen wo Ihr feststellen werdet, dass Leute die auf Autoseiten klicken nicht am nächsten Tag ein Auto kaufen. Und dass Nivea-Werbung mit 70% Genauigkeit an „Frauen“ zu liefern auch nicht der Weisheit letzter Schluss ist.

Und noch eine Frage wird zu beantworten sein – wie es möglich ist solche Verfahren anzuwenden ohne direkt den Schäuble-Preis für Bürgernähe zu bekommen und damit zu den offiziellen Unterstützern des G8-Gipfels zu zählen…

Dass Microsoft übrigens noch eine kleine Wegstrecke vor sich hat zeigt das ansonsten faszinierende Tool hier: http://adlab.microsoft.com/dpui/DPUI.aspx

Einfach mal www.brigitte.de eingeben oder www.eltern.de…


Gibt es ein SVM-Analogon zur Bayes-Hypothese?

Posted: Februar 28th, 2007 | Author: | Filed under: nugg.ad | Tags: , , | Kommentare deaktiviert für Gibt es ein SVM-Analogon zur Bayes-Hypothese?

Inzwischen sind wir mit dem Team von Tobias Scheffer (Max-Planck-Institut für Informatik, Saarbrücken) voll in die Tiefen der neuesten Algorithmen-Forschung abgetaucht. Uns rauchen schon die Köpfe und das halbe Team träumt von Viterbi Dekodierung, Soft-Margin Optimierungen und Rochio-Gleichungen…

Am Ende des Tages läuft halt dann doch alles auf transduktive SVM hinaus – nur, haben wir unser konvexes Problem damit gelöst?

Wir halten durch…!


Was hat nugg.ad mit AGOF zu tun?

Posted: Oktober 25th, 2006 | Author: | Filed under: nugg.ad | Tags: , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Was hat nugg.ad mit AGOF zu tun?

Es ist ja kein Geheimnis, dass Teile der nugg.ad Mannschaft vorher Teil des AGOF-Teams bei TNS Infratest waren. Dennoch muss man zunächst mal klar sagen: das nugg.ad- System hat überhaupt nichts mit der AGOF zu tun! Es werden keine Daten von AGOF genutzt, dennoch gibt es zwischen den beiden Mess-Systemen zwei Verbindungen:

Zum einen nutzt nugg.ad eine ähnliche Messtechnologie wie die AGOF – beide werden bzgl. Technologie von der Firma Spring versorgt und betreiben einen cookie-basierenden Messansatz. Für uns lag der Vorteil hier vor allem darin, eine bereits erprobte und an vielen Stellen bekannte Messtechnologie zu verwenden. Wir haben die Technologie von Spring allerdings nicht nur im Einsatz, sondern Spring ist sogar an der nugg.ad AG beteiligt.Zum anderen gibt es ein paar spannende Überschneidungen, was die Grundüberzeugungen im jeweiligen Ansatz anbelangt. So hat AGOF beispielsweise beeindruckend bewiesen, dass es möglich ist, technische Messdaten mit Befragungsdaten zu verschmelzen und daraus die Währung abzuleiten. Jetzt muss man kurz innehalten und sich überlegen, was das bedeutet:Technisch gemessene Nutzungsdaten lassen sich mit Befragungsdaten (z.B. Soziodemographie) verknüpfen; und dies in einer vom Gesamtmarkt akzeptierten Qualität!
Stellen Sie sich vor, das ginge sogar mit einem vollautomatisierten Verfahren – in Sekundenbruchteilen… Genau so funktioniert das nugg.ad-System! nugg.ad erhebt Messdaten und Befragungsdaten – beides wird mit einem intelligenten, algorithmengetriebenen System verschmolzen und sofort an das anfragende System zurückgespielt. Natürlich hinkt der Vergleich ein wenig, weil im AGOF System viel mehr getan wird, um die Qualität der Daten sicherzustellen (insbesondere die Transformation vom Unique Client auf den Unique User – auf die nugg.ad gänzlich verzichtet). Aber das Grundprinzip ist identisch.
Der entscheidende Vorteil im nugg.ad Verfahren besteht letztlich aber darin, dass die geschätzten Profile der Nutzer in realtime und für nahezu jeden Klick auf eine teilnehmende Website zur Verfügung stehen – mediaplanning on the fly wird damit Realität.