Woher soll das Geld denn bitte kommen?

Posted: Dezember 19th, 2007 | Author: | Filed under: Found today, nugg.ad, Targeting | Tags: , , | Kommentare deaktiviert für Woher soll das Geld denn bitte kommen?

Gestern hat Johnny in einem schönen Artikel darauf hingewiesen, dass mehrere Portale Verlage Firmen Entities, die in der letzten Woche über die AGB-Änderung von studivz hergefallen sind geschrieben haben, bereits selbst ähnliche Datenschutzbedingungen haben. Dabei startet er sehr schön mit der Feststellung, dass die meisten Services die so agieren, mit Ihrer Kostenfreiheit werben.

Diesen Gedanken möchte ich gerne einmal weiterführen. Der Nutzer erwartet heute von Portalen eine ganze Menge:

  • Aktualität der angebotenen News
  • Die Möglichkeit zur Interaktion bei Communities
  • Immer mal wieder ein neues Feature
  • hohe Verfügbarkeit des Portals
  • Performance
  • und hohe Skalierbarkeit

Alle Punkte sind berechtigt und hängen direkt mit der Nutzerakzeptanz zusammen. Aber sowas kostet Geld. Mitarbeiter wollen Ihr Gehalt und auch Server und Leitungskapazität fallen nicht wie Manna vom Himmel. Daher gehen viele den Weg der Werbefinanzierung. Was in der New Economy (Geschichtsstunde!) nur einen Teil der Refinanzierung ausmachen sollte, hat sich inzwischen zur fast einzigen Einnahmequelle entwickelt. Portale nur über Mehrwertdienste zu finanzieren ist keine Option mehr. Ausnahmen wie (noch) XING mal beiseite gelassen.

Und nun sind wir mal ehrlich: Es ist doch klar, dass die Nutzer das Kapital in der Informationsgesellschaft bilden. Auch ist klar, dass sich dieses Kapital auf immer mehr Plattformanbieter verteilt.

Betriebswirtschaftlich gesprochen hat man also eine sich verringernde Ressource (Nutzer), deren Wirkungsgrad (TKP) erhöht werden muss, um dasselbe Ergebnis (Umsatz, Gewinn, Fortbestand) zu erzielen.

Das Mittel der Wahl: Zielgruppenrelevantere Werbung!
Hier meine ich nicht den Direktmarketingkram , diese Art der Werbung wird als störend empfunden, was Ihren Wirkungsgrad für den Werbenden nicht erhöht.
Mir geht es um die Abstimmung der Seite eingebetteten Werbung auf den Nutzer, im Prinzip um mehr relevante Werbung bei eine konstanten Werbegesamtheit (was sollte man auf diesen Blog auch anderes erwarten…).

Aber was schadet es, wenn jemand, der sich für Sport interessiert Werbung für Fitnessstudios sieht, statt für Autos. Auch der Ernährungsinteressierte ist eventuell sogar froh über die Kundeninformation zu einer neuen Fruchtjoghurtserie….Wer weiss!

Wobei hier ein Grundfehler im Verständnis von Werbung zu finden ist:

Herr Dieter Meyer,31* aus Oberursel ist als Person für Werber vollkommen uninteressant! Was einen Werbetreibenden interessiert ist die Kundengruppe technologiebegeisterter Mann um die 30. Diese Gruppe wird beworben und einzelne personenbeziehbare Daten sind dabei vollkommen egal, wenn nicht sogar hinderlich. Man nutzt hier aggregierte statistische Daten und fügt Nutzer im Normalfall zu anonymen Gruppen zusammen.

Wie man das macht, steht hier. Und das man auch durchaus Grundsätze des Datenschutzes einhalten kann, sieht man hier.

* Name erfunden