Die Geschmacksverstärker

Posted: Januar 23rd, 2008 | Author: | Filed under: How to discover the nuggets? | Tags: , , , , | 1 Comment »

Vor kurzem wurde im Zündfunk des Bayrischen Rundfunks ein sehr schönes Feature produziert mit dem Thema „Die Geschmacksverstärker“. Leider ist es dort nicht als Podcast verfügbar, deshalb hier mal der Downloadlink. Uns wurden aus dem nugg.ad Familienumfeld auch dramatische Dokumente zugespielt die dokumentieren wie mitreissend dieses Feature offensichtlich in der Öffentlichkeit angenommen wurde.

Ich hatte dabei die Ehre neben Robert Misik (Autor des „Kultbuchs“, hat auch einen netten blog), Holm Friebe (Riesenmaschine, ZIA etc.) und Martin Stiksel, einem der Gründer von last.fm interviewt zu werden.  Übrigens von einer super netten und total attraktiven Journalistin die sich von mir in unseren Server-Raum entführen liess. Leider durfte ich ihr nicht heldenhaft meine Jacke überwerfen als es Ihr dort zu kalt wurde…

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Von der Schwierigkeit relevante Empfehlungen zu generieren II

Posted: Oktober 8th, 2007 | Author: | Filed under: nugg.ad | Tags: , | Kommentare deaktiviert für Von der Schwierigkeit relevante Empfehlungen zu generieren II

Wir sind derzeit auf der Suche nach einem kleinen Wochenendhäuschen im Berliner Umland (bitte erst lesen bevor jemand jetzt einen Tipp schickt). Bei der Suche ist mir mal wieder klar geworden wie schwierig und schier unlösbar das eigentlich ist was wir (bei nugg.ad) vorhaben – nämlich wirklich relevante, gute Empfehlungen maschinell zu generieren.

Bei Licht betrachtet ist die Fehlerquote von Empfehlungen nämlich gigantisch – selbst wenn sie von Menschen generiert wurden. Genau genommen sind relevante Empfehlungen fast jedes Mal wie ein Wunder. Und trotzdem gibt es Leute die sie mit schlafwandlerischer Sicherheit aussprechen, oder?

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OMD Nachlese I: Wo findet der Klick denn statt?

Posted: September 27th, 2007 | Author: | Filed under: nugg.ad | Tags: , , , | 2 Comments »

In dem von United Internet Media gesponsorten Special der WUV zur OMD ist ein (natürlich) interessantes Interview mit Frank Wagner zu sehen.

http://www.wuv.de/special/2007-omd/multimedial.php

Frank erklärt seiner Mutter was er bei nugg.ad macht (jetzt verstehen es sogar wir hier) und wagt die These, dass der relevante Klick in den Köpfen stattfindet und nicht in den Zeigefingern…

Im Hintergrund sieht man unseren glamourösen Stand. Die Interviewerin wirkt ein bisschen derangiert, aber war halt ein harter Tag.


Noller im Handelsblatt: Fühle mich sehr alt

Posted: Juli 3rd, 2007 | Author: | Filed under: nugg.ad | Tags: | 5 Comments »

noller very oldBin ja eigentlich ganz stolz auf den Beitrag gestern im Handelsblatt – aber dass die mir so ne Tolle anmontiert und ein Altherren-Sakko reingemorphed haben lässt mich schon grübeln (sieht man online übrigens nicht, da haben sie das normale Foto genommen).

Generell beschäftigt mich das Thema des Artikels wirklich sehr, also die Frage wie es überhaupt möglich ist Profile mit Relevanz zu erzeugen oder eben relevante Empfehlungen. Egal ob für Musik, Bücher oder Werbung. Derzeit hänge ich verstärkt einer ziemlich old-fashioned These nach, nämlich dass eher wieder Medienmacher durch die Hintertür zu Rate gezogen werden sollten, sozusagen „Profilredakteure“. Bei aller Huldigung an die Algorithmen glaube ich nämlich nicht dass es gut gelingen wird automatisierte „Wow-Profile“ zu erzeugen. Vielleicht im Bereich von communities, aber auch da ist das eine grosse Herausforderung. Gelingt vielleicht annähernd derzeit last.fm, doch auch das hat Grenzen.

Aber wo ich grad drüber nachdenke: Liebe FAZ, danke für Euren euphorischen Artikel über das Barbra-Streisand Konzert! War eine tolle Empfehlung mit viel Überraschungswert. Hat dazu geführt, dass ich „unbedingt“ zwei Karten für mich und meine Frau besorgen musste die ein Heidengeld gekostet haben. Und dass wir dann da sassen – in der wunderschönen Berliner Waldbühne – und uns gefragt haben wer uns zu dieser Alte-Leute Musik verfrachtet hat. Dann lieber doch mit Algorithmus beim nächsten mal…
Also momentan sehe ich dann ehrlich gesagt weder für manuelle noch für algorithmische Profile den Relevanzdurchbruch – ganz persönlich meine ich.


Grossartige Werbung, wirklich

Posted: Mai 3rd, 2007 | Author: | Filed under: nugg.ad | Tags: , , | Kommentare deaktiviert für Grossartige Werbung, wirklich

Heute wird im Werbeblogger auf diese fantastische neue Kampagne von 20th Century Fox hingewiesen:

Das Kampagnenbeispiel gibts hier: http://www.boreme.com/boreme/funny-2006/angry-german-kid-p1.php

Mutige stellen den Lautsprecher an und öffnen die Bürotür. Und dann durchhalten! Man kann bei dem Spot auch schön darüber sinnieren wie schön es ist Kinder zu bekommen und warum man die früh mit den neuen Medien in Kontakt bringen sollte. Und dass Computerspiele dem Aggressionsabbau dienen. Und und und…

Generell ist das Dilemma auf das hier hingewiesen wird natürlich auch dramatisch – für uns im Besonderen. Werbung im Internet muss nicht nur besser an die richtige Zielgruppe kommuniziert werden usw. – sie muss auch besser werden. Zielgruppenspezifischer, adäquater. Internet-Werbung folgt einfach noch viel zu stark dem Duktus der klassischen Kampagne und dem one size fits all Muster. Die dramatischste Verbesserung liesse sich mit Behavioral Targeting dann erzielen, wenn es eine viel grösser Vielfalt in der Kreation gäbe, viele zielgruppenspezifische Motive, Werbemittel, Platzierungen. Dann fängt das Spiel an spannend zu werden (und man kann an dem Jungen in dem Spot sehen was passiert wenn ein Spiel richtig spannend wird…).


Die umworbenen YOU des Jahres 2006

Posted: Dezember 17th, 2006 | Author: | Filed under: Found today, Gold rush | Tags: , , , | Kommentare deaktiviert für Die umworbenen YOU des Jahres 2006

Wie 2.0 ist die Werbung von heute? Seien wir ehrlich, gar nicht.

Das US-Magazin „Time“ kürt jetzt immerhin YOU – und damit alle Bürger der digitalen Welt – zur Person des Jahres 2006. YOU ist somit wichtiger als Kim Jong-il oder Papst Benedikt XVI. Dass Gruppen anstelle von Einzelpersonen zum bestimmenden Einfluss des Jahres gewählt werden ist nicht neu: 1966 war es die Generation der Unter-25-Jährigen, 1975 waren es die amerikanischen Frauen und 1982 der Computer. „Time“ lag jedes Mal richtig; es waren Megatrends, die so gewürdigt wurden.

Was nun, liebe Werber, hat das mit uns zu tun? Eine Menge. Wie unsere Zielgruppen auszusehen haben, was sie sagen dürfen, was sie kaufen, all das bestimmen nicht länger wir. Die Macht übernehmen die da (YouTube Tags „time, person, year“). Nicht einmal der Begriff „Zielgruppe“ passt da noch, seien wir doch ehrlich.

Wenn YOU unsere Marken und Unternehmen liebt, werden wir gefeiert, wenn nicht, gnadenlos verrissen. Bewerben wir also nicht mehr einfach nur die Masse, umwerben wir YOU. Dieser feine Unterschied macht unser aller Erfolg in der Zukunft aus. Umworbene Konsumenten wollen behandelt werden wie flirtende Frauen: mit Charme, Einfühlungsvermögen, Respekt und Leidenschaft. Und, liebe Mitmänner, Zuhören ist eine Tugend – bei Frauen wie auch im Marketing. Erfolg hat nicht mehr unbedingt, wer am lautesten die Masse anschreit, sondern wer auch YOU erreicht – mit Relevanz und persönlicher Wertschätzung.

Time You


Targeting 3.0 – kann Werbung glücklich machen?

Posted: Dezember 13th, 2006 | Author: | Filed under: How to discover the nuggets?, nugg.ad, Targeting | Tags: , , , , , | Kommentare deaktiviert für Targeting 3.0 – kann Werbung glücklich machen?

Werbung soll zielgenauer und relevanter werden. Daher wird unter Hochdruck an Technologien gearbeitet, welche nicht nur die User im Internet automatisch identifizieren können: So existieren bereits u.a. Möglichkeiten, um mit Überwachungskameras Personen zu erkennen und zu verfolgen. Aus technischer Sicht scheinen wir nicht mehr weit von einem Szenario entfernt zu sein, wie es Tom Cruise in Minority Report beim Betreten einer GAP-Filiale wiederfährt (siehe unten). Angeblich arbeitet Google bereits an Targeting-Szenarien für die Außenwerbung (Warum kauft Google einen Radiovermarkter??)

Mich würde interessieren, wohin diese Entwicklung gehen wird oder soll? Wird relevantere Werbung automatisch zu Szenarien wie in diesem Film führen? Oder ist es doch möglich, Werbung relevant aber auch smart zu realisieren, so dass sie als Service empfunden wird und uns hier und dort vielleicht sogar glücklich macht?

Ich habe dazu ein paar Fragen formuliert und mich würden eure/Ihre Antworten interessieren. Zusätzlich werden wir in loser Folge die ein oder andere Person aus der Szene zu diesen Fragen interviewen und die Ergebnisse hier veröffentlichen…
YouTube Preview Image
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Und hier die Fragen dazu:

  1. Sieht so die Werbung der Zukunft aus?
  2. Wie kann Targeting so eingesetzt werden, dass die Werbung wirklich als relevant empfunden wird und nicht als aufdringlich?
  3. Google AdWords werden bereits heute von vielen Usern als so relevant und auf persönliche Interessen zugeschnitten wahrgenommen wie in diesem Film. Trotzdem fühlt sich niemand bedroht durch die Anzeigen, die den User „ansprechen“. Was macht freundliches Targeting aus, das als Service empfunden wird?
  4. Wir sind im Jahr 2016, es ist Montag morgen. Was passiert auf Ihrem Weg zur U-Bahn?
  5. Hat Werbung Sie schon mal glücklich gemacht?

Warum Onlinewerbung angeblich nichts bringt

Posted: November 29th, 2006 | Author: | Filed under: Found today | Tags: , , , , , | 1 Comment »

– die hartnäckigsten Sprüche mit kompetenten Antworten – [Gefunden in: Werbeplanung.at – Guide 2006 für Neue Medien]

UNSERE ZIELGRUPPEN ERREICHEN WIR ÜBER DIE KLASSISCHEN MEDIEN VIEL BESSER…

…“Wenn die Zielgruppe jene der über 60jährigen ist, dann mag diese Aussage zutreffen. (…) Wir wissen, dass die technische Reichweite des Internets 59 Prozent beträgt. Wer die Jugend erreichen will, der kommt am Internet ohnehin nicht mehr vorbei. Und die Möglichkeiten der zielgruppengenauen Ansprache sind im Internet ausgezeichnet.“ [Marcela Atria, Geschäftsführerin beyond interactive]

DIESE POP-UP UND OVERLAY-WERBEMITTEL NERVEN DOCH NUR. WIR KONZENTRIEREN UNS GANZ AUF SUCHMASCHINEN-MARKETING…

…“Online-Werbung wird heute userfreundlich in unterschiedlichen Größen in das redaktionelle Umfeld eingebettet. Die Zeit der Pop-Ups ist vorbei. Mit diesen Interaktionsmöglichkeiten ist Online-Werbung heute das mit Abstand intelligenteste Produkt unter den Werbemitteln. Dazu kommt, dass das Internet schon längst ein Massenmedium ist. Wer seine Zielgruppe effizient und interaktiv erreichen will, kommt an der Online-Werbung nicht vorbei.“ [Diethold Schaar, Geschäftsführer Top.Telekurier]

BEI DIESEN CLICKRATEN IST ONLINE-WERBUNG FÜR UNS VIEL ZU TEUER! AUSSERDEM: EINEN BANNER SIEHT DOCH KEINER…

…“Wir schreiben das Jahr 10 der professionellen Online-Vermarktung! Dieses Killerargument wurde in den Anfängen der Onlinewerbung (…) gerne vorgebracht, meiner Meinung nach aus Unsicherheit, weil „diese Online-Werbung“ noch so unerklärlich diffus und undurchschaubar war. Inzwischen wurde ja von allen Beteiligten, seien es Webseiten, Medienagenturen, Vermarkter, IAB und ÖWA sehr viel Aufklärungsarbeit betrieben – dieses Argument kann es nicht mehr geben!“ [Martina Zadina, Geschäftsführerin adworx]

UNSERE PRODUKTE BASIEREN AUF EMOTIONEN – DIE KANN ICH ONLINE NICHT TRANSPORTIEREN…

…“Online-Werbung ist nicht Online-Bannering! Es ist die Kommunikation von Marken und Produkten durch deren Präsentation in den Online Medien.
Im Medien-Mix ist nach dem Fernsehen das Internet das beste Medium um Emotion zu transportieren.“ [Ewald Pichler, Geschäftsführer DMC 01]

UNSER STRATEGIEPROZESS IM ONLINE-MARKETING IST NOCH NICHT ABGESCHLOSSEN. WIR WARTEN AB, WIE DIE KONKURRENZ VORGEHEN WIRD!…

…“Eine (…) immer wieder gehörte Einstellung, die den Mitbewerb erfreut. Denn gerade im Internet ist Zeit Geld, die ersten haben schon kräftige Vorteile, die Nachfolgenden dürfen sich die Aufholjagd dann viel Geld kosten lassen.“ [Roland Kreutzer, Geschäftsführer Tripple]

WIR HABEN WERBUNG IM INTERNET SCHON PROBIERT. ES HAT UNS NICHTS GEBRACHT…

…“Vermutlich ist Online-Werbung für Ihre speziellen Bedürfnisse nicht die richtige Werbeform. Erste Erfahrungen mit „neuen“ Medien können daneben gehen. (…) Durch diesen Prozess setzen viele Unternehmen verstärkt auf Online im Mediamix. Online-Werbung wird weltweit zu einem ernstzunehmenden Player unter den Werbemedien und schon bald könnte das Inventar knapp werden. Das kann als Indiz für Wert und Wirksamkeit dieses Mediums gelten. Vielleicht sollten Sie noch einen Versuch unternehmen.“ [Konrad Mayr-Pernek, Geschäftsführer One]


Warum ich Google, Microsoft und auch die Bibel mag

Posted: November 12th, 2006 | Author: | Filed under: Nuggets & Schmankerln | Tags: , , | Kommentare deaktiviert für Warum ich Google, Microsoft und auch die Bibel mag

Was ich an Google AdSense zuweilen besonders liebe, ist dessen Unterhaltungswert. So auch neulich wieder im Umfeld meines aktuellen Lieblingsvideos von und mit Steve Ballmer „Advertising, Advertising, Advertising“. Der Mann rockt, dass es eine Freude ist.

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Wie Google jedoch dazu kommt, eine Anzeige mit dem Text „Next Pope is John Paul II“ mit Ballmer zu verbinden, erschließt sich mir nicht. Google nichts Böses im Zusammenhang mit Microsoft unterstellend und dem AdSense-Kundenversprechen folgend, „Anzeigen so gut auf den Content Ihrer Website abgestimmt, dass die Besucher sie als nützlich empfinden“, klicke ich einfach mal. Und siehe da, auf worldslastchance.com lese ich unter anderem „Wenn jemand das Tier anbetet …, der wird von dem Wein des Zornes Gottes trinken“ Aha!


Tante Emmas Gespür für Onlinewerbung

Posted: Oktober 16th, 2006 | Author: | Filed under: nugg.ad | Tags: , , , , | 2 Comments »

Es war einmal eine Zeit, da gab es mehr Nachfragen als Angebote. Die menschlichen Grundbedürfnisse beschränkten sich auf Wärme, Licht und Sicherheit, dazu etwas Brot, Milch, Gemüse und an Sonntagen manchmal eine Scheibe Fleisch. Werbung war vor allem eine Anzeige, eine Kunde des Neuen und Unerhörten. Angezeigt wurden beispielsweise automatische Maschinen für die große Wäsche – welche das Ende der die Hausfrau plagenden Bretter bedeuten sollte – amerikanische Kaugummis als Alternative zum Lutschbonbon, Nylons für die Dame, Chesterfields für den Herrn. Anzeigen wurden mit Interesse gelesen, zeugten Sie doch von einer neuen bunten Markenwelt in Zeiten des Wirtschaftswunders.

Für alles nicht Angezeigte war Tante Emma im Laden um die Ecke zuständig. Diese witterte regelrecht, welche Kundin neben dem täglichen Grundbedarf auch für eine Flasche italienischen Rotwein gut war, den neuen Handmixer von AEG gebrauchen konnte oder eine bestimmte Zeitschrift mit Vergnügen lesen würde. Tante Emma empfahl mehr, als dass sie warb. Ihre Angebote waren persönlich und unaufdringlich. Sie bediente sich dazu ihres feinen Gespürs und der Fähigkeit, aus den üblichen Einkäufen, der Qualität der Kleidung einer Kundin, dem Benehmen ihrer Kinder sowie so manchem scheinbar belanglosen Wort Schlüsse zu ziehen. Manche dieser Schlüsse waren einfache Regeln: Kalbsfilet statt Schweinebacke + Leder statt Igelit = Champagner statt Steinhäger. Andere Muster waren komplexer. Tante Emma hätte selbst nicht immer erklären können, warum sie etwas empfahl, dennoch war ihre Witterung meist richtig.

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Inzwischen hat Tante Emma dem Supermarkt Platz gemacht. Aus Anzeigen ist Werbung geworden, aus Flüstern wurde Schreien, aus persönlicher Relevanz wurde Masse oder – fast schlimmer noch weil stereotyper – Zielgruppe 14 bis 49. Im Internet heißen die Folterinstrumente der Marketingverantwortlichen Skyscraper oder Superbanner, Popup, Flash, Run of Network, Reichweite. Kontakte werden nach Tausenden verkauft, auf jedes Töpfchen passt angeblich nahezu jedes Deckelchen. Das mag im Zeitalter des Massenkonsums und der Massenkommunikation oft nicht anders gehen. Leser von Zeitungen und Zeitschriften, Radiohörer und Fernsehzuschauer geben kein Feedback, lassen den Marketier nicht Witterung aufnehmen. Folgerichtig bleibt also nur die Schrotflinte, etwas fokussiert vielleicht mit Hilfe von Media-Analyse und Verbraucherstudien. Im Internet jedoch ist die Beschränkung auf dieses Instrumentarium so dumm wie unnötig. In einem Medium, in dem Verhalten technisch messbar ist, jeder Seitenaufruf gezählt wird und User zeitnah Feedback geben, gibt es keinen Grund, Werbung weiterhin mit den Werkzeugen der 80er Jahre zu betreiben. Das Internet ist, richtig verstanden und klug eingesetzt, mehr Tante Emma als Supermarkt.

nugg.ad ist ein „Tante-Emma-Übersetzer“ für Werbetreibende, deren Agenturen und Vermarkter. Oder, um in den Buzzwords des Onlinemarketings zu sprechen, nugg.ad ist Anbieter von Technologie und Services für Predictive Behavioral Targeting. Mit Knowhow aus Markt- und Mediaforschung, Soziologie, Psychologie sowie modernen mathematischen und statistischen Verfahren im Gepäck gründeten wir im Mai 2006 nugg.ad. Wir, das sind ehemalige Mitarbeiter der Marktforschungsunternehmens TNS Emnid und Infratest und im Wesentlichen das Team, welches seit 2003 maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der AGOF InternetFacts hat. Unsere Vision ist, Tante Emma in Gestalt ihrer modernen Nachfahren zu neuem Leben zu erwecken. Werbung mit persönlichem Mehrwert für den Konsumenten, mehr Effizienz durch geringere Streuverluste für die Werbetreibenden ist unser Ziel. Der Weg dorthin ist weit, gleichwohl sind die ersten Schritte getan und bereits zählbare Ergebnisse vorzuweisen. Über unser weiteres Vorankommen, neue Entwicklungen und alles was uns am Wegesrand bemerkenswert erscheint, wird in loser Folge dieser Blog berichten.

Für heute bleibt nur noch die Antwort auf die Frage, was Tante Emma nun mit Onlinewerbung und Predictive Behavioral Targeting zu tun hat. Für Nostalgiker wie ganz sachliche Marketingprofis meine Übersicht:

Tante Emma Predictive Behavioral Targeting
Witterung aufnehmen Datengetriebenes Business, Behavioral Economics
Beobachtung von Einkaufs- und Konsumgewohnheiten ihrer Kunden und in der Nachbarschaft Technische Messung von Behavior (auf eigenen Angeboten, in Netzwerken auch bei Partnern)
Plausch mit der Kundschaft, zuhören können Befragungen, Marktforschungsknowhow
Produkterfahrungen von Kunden aufnehmen und verarbeiten Active Learning
Tratsch und Klatsch Externe Datenquellen
Intelligent kombinieren und intuitiv Schlüsse ziehen Algorithmen, Predictions
Menschenkenntnis, von Herrn Müller auf Frau Schulze schließen Profile
Produktwerbung als persönliches Angebot mit individuellem Mehrwert Recommendations
Gibt es nur noch selten Gibt es schon, aber selten