Die Geschmacksverstärker

Posted: Januar 23rd, 2008 | Author: | Filed under: How to discover the nuggets? | Tags: , , , , | 1 Comment »

Vor kurzem wurde im Zündfunk des Bayrischen Rundfunks ein sehr schönes Feature produziert mit dem Thema „Die Geschmacksverstärker“. Leider ist es dort nicht als Podcast verfügbar, deshalb hier mal der Downloadlink. Uns wurden aus dem nugg.ad Familienumfeld auch dramatische Dokumente zugespielt die dokumentieren wie mitreissend dieses Feature offensichtlich in der Öffentlichkeit angenommen wurde.

Ich hatte dabei die Ehre neben Robert Misik (Autor des „Kultbuchs“, hat auch einen netten blog), Holm Friebe (Riesenmaschine, ZIA etc.) und Martin Stiksel, einem der Gründer von last.fm interviewt zu werden.  Übrigens von einer super netten und total attraktiven Journalistin die sich von mir in unseren Server-Raum entführen liess. Leider durfte ich ihr nicht heldenhaft meine Jacke überwerfen als es Ihr dort zu kalt wurde…

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Igittigit, Werbung! Oder?

Posted: Januar 4th, 2008 | Author: | Filed under: Berlin, San Francisco & El Dorado, Found today | Tags: , , | 2 Comments »

Von irgendwas muss der arme Lars Hinrichs schließlich leben. Und der arme Mark Zuckerberg auch. Auch wenn wir uns um die materielle Grundversorgung der beiden bestimmt keine Sorgen mehr machen müssen, so muss den Unternehmen XING oder Facebook doch ein Businessmodell erlaubt sein. Um so erstaunter bin ich über die aufgeregte Diskussion um Werbung auf XING. Mich nervt, wenn Menschen ein XING-Profil als eine Art Grundrecht einfordern, welches zum modernen Leben zu gehören scheint wie Handy, Laptop und Latte Machiato. Dabei hat XING  – typisch deutsch –  natürlich kostenlos zu bleiben, so wie auch Hochschulstudium, Autobahnbenutzung oder Aspirin. Eine oberflächliche und vielleicht nicht repräsentative Klickerei auf die Profile der größten Meckerer „keine Werbung auf meinem Profil“ ergab, dass diese die Plattform mehrheitlich für lau nutzen, also nicht einen müden Euro cash für die Entwicklung und den Betrieb zu zahlen bereit sind. Zumindest dann halte ich Werbung für ein legitimes Geschäftsmodell. Wem das nicht passt, der sollte einfach auf diesen Deal nicht eingehen, sein Profil löschen und nach Alternativen suchen. Der souveränste Nutzer von XING ist für mich ohnehin der da. Und, genau hinschauen, auch er lebt von Werbung.Unabhängig davon, dass ich die Diskussion um die Statthaftigkeit von Werbung in Communities nicht nachvollziehen kann, nervt mich übrigens auch, wenn Unternehmen mit den falschen Konzepten zu Werke gehen. Stephan hat seine Meinung zu personalisierter Werbung auf Facebook bereits hier dargelegt. Ich teile diese. XING bleibt zu wünschen, nicht die gleichen Fehler zu machen.


Try and Error?

Posted: Januar 4th, 2008 | Author: | Filed under: nugg.ad | Tags: , , | Kommentare deaktiviert für Try and Error?

In der letzten Zeit kommt immer wieder das Thema der Monetarisierung von Communities hoch. Den Start machte Facebook mit Facebook Beacon, ein Ansatz zum social shopping. Nach massiven Nutzerbeschwerden wurde dieses Programm dann mit einem Opt-Out ausgestattet.

Der zweite Fall kam von Studivz. Hier wurde eine AGB-Änderung angekündigt, die es ermöglichen sollte, Werbebotschaften auch mit Instant Messenger und Handydiensten auszuliefern. Es folgte der Nutzerprotest, woraufhin auch hier nachgebessert wurde.

Diese Woche nun wagte XING einen weiteren Ansatz. Hier sollte Werbung nicht an den Nutzer selbst ausgeliefert werden, sondern an den Ihn besuchenden nicht zahlenden Plattformnutzer. Inwiefern dort ein Targeting hinterlegt wurde, ist mir nicht bekannt. Und wieder waren nicht alle Nutzer mit dieser Art der Werbung einverstanden. Auch hier folgte der Opt-Out.

Zwei Aspekte finde ich in allen Fällen sehr beachtlich:

1. Alle Plattformen scheinen, wenn vielleicht auch nicht von Anfang an, Ihre Nutzer ernstzunehmen und haben verstanden, dass man langfristig ohne die Zufriedenheit der Nutzer nicht weiterkommt. Man kann sich hier zwischen der einmaligen radikalen Monetarisierung und der langfristigen Partnerschaft, welche nicht sofort erfolgswirksam wird, entscheiden. Die Reaktionen der meisten Netzwerke geht hier trotz allem eher in die Richtung der Partnerschaft.

2. Sehr viele Werbeformen, welche im Rahmen von Erstfinanzierungen wohl als Asset genannt wurden, scheinen am Markt nicht umsetzbar zu sein. Ich vermute daher, dass klassische Online-Werbeformen  wieder an Wichtigkeit gewinnen werden. Eine Verfeinerung der dahinterliegenden Methoden ist dann nur die logische Folge.

Ich denke man kann auf die weiteren Entwicklungen hier durchaus gespannt sein.


Woher soll das Geld denn bitte kommen?

Posted: Dezember 19th, 2007 | Author: | Filed under: Found today, nugg.ad, Targeting | Tags: , , | Kommentare deaktiviert für Woher soll das Geld denn bitte kommen?

Gestern hat Johnny in einem schönen Artikel darauf hingewiesen, dass mehrere Portale Verlage Firmen Entities, die in der letzten Woche über die AGB-Änderung von studivz hergefallen sind geschrieben haben, bereits selbst ähnliche Datenschutzbedingungen haben. Dabei startet er sehr schön mit der Feststellung, dass die meisten Services die so agieren, mit Ihrer Kostenfreiheit werben.

Diesen Gedanken möchte ich gerne einmal weiterführen. Der Nutzer erwartet heute von Portalen eine ganze Menge:

  • Aktualität der angebotenen News
  • Die Möglichkeit zur Interaktion bei Communities
  • Immer mal wieder ein neues Feature
  • hohe Verfügbarkeit des Portals
  • Performance
  • und hohe Skalierbarkeit

Alle Punkte sind berechtigt und hängen direkt mit der Nutzerakzeptanz zusammen. Aber sowas kostet Geld. Mitarbeiter wollen Ihr Gehalt und auch Server und Leitungskapazität fallen nicht wie Manna vom Himmel. Daher gehen viele den Weg der Werbefinanzierung. Was in der New Economy (Geschichtsstunde!) nur einen Teil der Refinanzierung ausmachen sollte, hat sich inzwischen zur fast einzigen Einnahmequelle entwickelt. Portale nur über Mehrwertdienste zu finanzieren ist keine Option mehr. Ausnahmen wie (noch) XING mal beiseite gelassen.

Und nun sind wir mal ehrlich: Es ist doch klar, dass die Nutzer das Kapital in der Informationsgesellschaft bilden. Auch ist klar, dass sich dieses Kapital auf immer mehr Plattformanbieter verteilt.

Betriebswirtschaftlich gesprochen hat man also eine sich verringernde Ressource (Nutzer), deren Wirkungsgrad (TKP) erhöht werden muss, um dasselbe Ergebnis (Umsatz, Gewinn, Fortbestand) zu erzielen.

Das Mittel der Wahl: Zielgruppenrelevantere Werbung!
Hier meine ich nicht den Direktmarketingkram , diese Art der Werbung wird als störend empfunden, was Ihren Wirkungsgrad für den Werbenden nicht erhöht.
Mir geht es um die Abstimmung der Seite eingebetteten Werbung auf den Nutzer, im Prinzip um mehr relevante Werbung bei eine konstanten Werbegesamtheit (was sollte man auf diesen Blog auch anderes erwarten…).

Aber was schadet es, wenn jemand, der sich für Sport interessiert Werbung für Fitnessstudios sieht, statt für Autos. Auch der Ernährungsinteressierte ist eventuell sogar froh über die Kundeninformation zu einer neuen Fruchtjoghurtserie….Wer weiss!

Wobei hier ein Grundfehler im Verständnis von Werbung zu finden ist:

Herr Dieter Meyer,31* aus Oberursel ist als Person für Werber vollkommen uninteressant! Was einen Werbetreibenden interessiert ist die Kundengruppe technologiebegeisterter Mann um die 30. Diese Gruppe wird beworben und einzelne personenbeziehbare Daten sind dabei vollkommen egal, wenn nicht sogar hinderlich. Man nutzt hier aggregierte statistische Daten und fügt Nutzer im Normalfall zu anonymen Gruppen zusammen.

Wie man das macht, steht hier. Und das man auch durchaus Grundsätze des Datenschutzes einhalten kann, sieht man hier.

* Name erfunden