Zeitenwende: Bahnstreik wird im Chat entschieden

Posted: November 19th, 2007 | Author: | Filed under: Found today | Tags: , , , , , , , | 1 Comment »

Konnte meinen Ohren heute morgen kaum trauen als ich in den Nachrichten gehört habe, dass angeblich Herr Schell von der GDL (der Typ der in seiner Kur am Bodensee wolldeckenumhüllt den Streik steuert) im Chat zur Anne-Will Sendung ein Gesprächsangebot der Bahn angenommen hat. Im Chat!! Auch SPON berichtet heute entsprechend:

„Deshalb wird es zumindest gegen Ende der Sendung für einen ganz kurzen Moment spannend. Ohne neues Angebot lädt Suckale Schell zu neuen Verhandlungen ein. ‚Wir kriegen das gelöst‘, verspricht sie. Schell sagt, er sei verwirrt über ‚diese unheimliche öffentliche Spontanität‘, schließt das Angebot aber nicht aus. Im an die Sendung angeschlossenen Internet-Chat hat er dann zugesagt.“

Sollte der grösste Bahnstreik in der Geschichte der Bundesrepublik im Online-Chat entschieden werden? Ich glaube das Internet ist langsam wirklich in der Alltagswirklichkeit angekommen, kanns aber immer noch nicht ganz glauben…

Was werden Mehdorn und Schell wohl für einen Messenger nutzen? Skype? Vielleicht ist das Problem grad nur entstanden weil sie inkompatible Plattformen nutzen, ich würde sagen Mehdorn nutzt irgendein Lotus Sametime Ding das ihm in einem 10-monatigen Projekt von IBM Consultants installiert wurde (und wo er aus sicherheits-policy gründen nur seine Vorzimmerdame als Kontakt eintragen darf) und der Schell hat irgend so ein mobiles Chat-Device. Nein, kein Iphone. Der hat das ja in die Kur mitgenommen und chattet die ganze Zeit. Hmm….da fällt mir grad ein dass die ganzen Zugbegleiter Nokia Communicators mit sich rumschleppen, schon mal aufgefallen? Wird am Ende der ganze Streik im Chat koordiniert?


Dienstleistung 2.0

Posted: September 5th, 2007 | Author: | Filed under: Found today, Off topic | Tags: , , , | 1 Comment »

Wie cool ist das denn?! Um eine Demo unseres Produktes zu vertonen, suchen wir gerade einen professionellen Sprecher. Erste Anfragen richteten wir an darauf spezialisierte Agenturen und Studios. Das Ergebnis war ernüchternd:“ja, geht prinzipiell, aber, nein, nicht so wie Sie sich das vorstellen, kostet 3k€, Rechte dann aber nur für 2 Jahre“. Nachdem ich mich von diesem Schock erholt hatte, erinnerte ich mich an Andreas Weigend, der mich neulich auf den US-Tippservice CastingWords aufmerksam machte und dachte mir, dass es etwas vergleichbares doch auch für Vertonung geben muss.

Eine Recherche unseres Praktikanten förderte dann Voice123 zu Tage. Und schon begann das Wunder: Nur Minuten nachdem wir unsere Vorlage hochgeladen hatten, erhielten wir in unserem Benutzerbereich erste individuelle Sprechproben „Predictive Behavioral Targeting by nugg.ad is …“, dazu Sprecherprofile, Ratings und Konditionen. Letzere belaufen sich für einen 5 Minuten-Text auf akzeptable 350 bis 500 $, aufgezeichnet mit professionellem Equipment und geliefert innerhalb von Stunden in Dateiform.

Liebes deutsches Handwerk (euren Namen habe ich schon wieder vergessen), lernt von den Amis, stellt Euch der Globalisierung und seid endlich auch mal innovativ und cool. Oder aber geht zusammen mit den Ofensetzern unter!

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Impressa this is not impressive

Posted: August 20th, 2007 | Author: | Filed under: Found today, Off topic | Tags: , , | 2 Comments »

Wird es jemals geschehen, dass ich diese verdammte Kaffee-Maschine aufsuche und sie mir einfach einen Kaffee offeriert, so ganz ohne Zusatzanfragen? Ich glaube nicht. Jedes mal, JEDES MAL, egal zu welcher Tages- oder Wochenzeit sagt das Display „Bitte Wassertank auffüllen“, „Bitte reinigen“, „Behälter leeren“, „Bohnen leer“ usw.. Es ist wirklich verhext* und zieht einen total runter manchmal. Ich bin mit Arnold Schwarzenegger ja auch der Meinung, dass irgendwann die Maschinen die Macht übernehmen werden (wahrscheinlich wird einer der nugg.ad Gründer sogar als TEil dessen gesehen und bald umgebracht). Aber dass es auf so einem wenig glamourösen, total nervigen Weg geschehen wird war mir nicht klar. Mann mann mann…

*ok ein Grund ist auch, dass die Kollegen hier nix machen oder bestenfalls in den restlichen Bohnen rumstochern um noch einen Kaffee rauszufummeln, ja das ist auch ein Erziehungsproblem (beliebt ist auch: nur soviel Wasser nachgiessen dass es für eine Tasse reicht)


We would all like to speculate and predict

Posted: Juni 28th, 2007 | Author: | Filed under: nugg.ad | Tags: | Kommentare deaktiviert für We would all like to speculate and predict

Tut mir leid. Ein Blog-Beitrag in dem unser Chief Scientist erwähnt wird, in dem indirekt Bezug genommen wird auf einen älteren Beitrag in unserem Blog und in dem von predictions die Rede ist. Musste hier geposted werden ohne dass ich jetzt genau erklären könnte warum das nötig war und wie dieser Gedanke weitergesponnen werden könnte…


Thomas von der Post, Onlinewerbung und die Neonazis

Posted: Juni 7th, 2007 | Author: | Filed under: Found today, nugg.ad | Tags: , , , , | 3 Comments »

Gerade habe ich einen aufgeregten Artikel aus der Netzeitung unter der Überschrift „Gottschalk im Netz neben Neonazis“ gelesen und dabei festgestellt, dass offensichtlich weder der Redakteur noch die Unternehmen Deutsche Post und O2, um die es geht, das Internet so richtig verstanden haben. Aufreger ist, dass Onlinewerbung für beide Unternehmen in einem rechtslastigen Umfeld unter der Toplevel-Domain irgend einer Insel im Südpazifik aufgetaucht ist. So heißt es unter anderem: Eine zweifelhafte Frucht der Globalisierung besteht darin, dass diese Seiten sich unter anderem durch Werbung renommierter Marken finanzieren. Die zugehörigen Konzerne wissen oft gar nicht, wie ihnen geschieht…“ Mir kommen die Tränen.

So ein Unsinn! Werbetreibende akzeptieren gern, dass jeder Dödel ihre Produkte kauft, egal ob schwarz, rot oder auch braun. Dazu werden – ganz traditionelle Mediaplanung – der Form nach korrekte Umfelder gebucht, wobei egal ist, ob ein braver Spießbürger oder ein Jogginghosen tragender Neonazi dumpf vor der Glotze sitzen, so lange sie nach Alter und Geschlecht nur zur Zielgruppe gehören.

Damit wir uns nicht falsch verstehen, ich finde es nicht lustig, wenn sich Naziseiten mit Werbung finanzieren. Aber schütten wir doch nicht gleich das Kind mit dem Bade aus. Dass Unternehmen im Internet an Kontrolle verlieren, ist unvermeidlich. Böse sind nicht die Globalisierung, nicht das Internet, nicht die Onlinewerbung nicht der Vermarkter. Böse sind Nazis, Kinderschänder und andere Lumpen. Und wenn Post und Mobilfunk in diesem Umfeld nicht stattfinden wollen, dann sollten sie am besten überhaupt nicht mehr werben, ihre Shops in brandenburgischen Plattenbausiedlungen schließen und zusätzlich zur SCHUFA bei Vertragsabschluss die Gesinnung abfragen. Dass dem nicht so ist, habe ich erst neulich wieder erlebt, als ich mich spätabends auf dem Nachhauseweg still und ängstlich an einer einsamen DHL-Packstation vorbeischlich, in deren Umfeld unter einem rot-gelben DHL-Logo sturzbesoffene Glatzköpfe rumpöbelten.

Soll ich jetzt aus politischen Gründen keine Pakete mehr verschicken?

Nachtrag: Keine Naziseite kann sich ernsthaft durch Werbung finanzieren. Der TKP (Tausenderkontaktpreis) in solchen Ramschumfeldern liegt üblicherweise unter einem Euro. Und wenn jetzt wirklich mal 1000 Leute (1 €?) auf dieser Mistseite waren, so dürfte das vor allem dem erwähnten Artikel geschuldet sein. Qualitätszielgruppen und -umfelder kosten nun mal mehr, hätten aber das Problem vermieden. Das war die Sache den Werbetreibenden und Agenturen aber wohl nicht wert. Hauptsache Masse, Hauptsache billig – es ist zum Speien.


Die umworbenen YOU des Jahres 2006

Posted: Dezember 17th, 2006 | Author: | Filed under: Found today, Gold rush | Tags: , , , | Kommentare deaktiviert für Die umworbenen YOU des Jahres 2006

Wie 2.0 ist die Werbung von heute? Seien wir ehrlich, gar nicht.

Das US-Magazin „Time“ kürt jetzt immerhin YOU – und damit alle Bürger der digitalen Welt – zur Person des Jahres 2006. YOU ist somit wichtiger als Kim Jong-il oder Papst Benedikt XVI. Dass Gruppen anstelle von Einzelpersonen zum bestimmenden Einfluss des Jahres gewählt werden ist nicht neu: 1966 war es die Generation der Unter-25-Jährigen, 1975 waren es die amerikanischen Frauen und 1982 der Computer. „Time“ lag jedes Mal richtig; es waren Megatrends, die so gewürdigt wurden.

Was nun, liebe Werber, hat das mit uns zu tun? Eine Menge. Wie unsere Zielgruppen auszusehen haben, was sie sagen dürfen, was sie kaufen, all das bestimmen nicht länger wir. Die Macht übernehmen die da (YouTube Tags „time, person, year“). Nicht einmal der Begriff „Zielgruppe“ passt da noch, seien wir doch ehrlich.

Wenn YOU unsere Marken und Unternehmen liebt, werden wir gefeiert, wenn nicht, gnadenlos verrissen. Bewerben wir also nicht mehr einfach nur die Masse, umwerben wir YOU. Dieser feine Unterschied macht unser aller Erfolg in der Zukunft aus. Umworbene Konsumenten wollen behandelt werden wie flirtende Frauen: mit Charme, Einfühlungsvermögen, Respekt und Leidenschaft. Und, liebe Mitmänner, Zuhören ist eine Tugend – bei Frauen wie auch im Marketing. Erfolg hat nicht mehr unbedingt, wer am lautesten die Masse anschreit, sondern wer auch YOU erreicht – mit Relevanz und persönlicher Wertschätzung.

Time You